Finanzen steuern die Bildungspolitik

Leserbrief zum Budget 2016, Obwalden.

(Artikel „Das Budget haarscharf gerettet“ OZ, 4. Dezember 2015)

 

Finanzen steuern die Bildungspolitik

Unter den Sparmassnahmen vom Budget 2016 stört mich die Erhöhung des Kanti — Schulgeldes von 500 auf 800 Franken.
Vor bloss 7 Jahren wurde eine von der Regierung vorgeschlagene Erhöhung auf 1‘000 Franken (GAP, Okt. 2004) durch eine erfolgreiche Motion der SP rückgängig gemacht. Das ist eine Missachtung der Parlamentsarbeit, wenn die Regierung nach so kurzer Zeit einen Entschluss vom Parlament wieder rückgängig macht. Und ich verstehe das Parlament nicht, das sich einer Politik, welche zunehmend über das Budget gemacht wird, beugt.
Wir haben in der Schweiz ein Bildungssystem, das den Jugendlichen ermöglicht, ihren Ausbildungsweg nach Neigungen und Fähigkeiten zu wählen. Durch die Erhöhung des Kanti — Schulgeldes bekommt das Familienbudget wieder vermehrt Einfluss auf die Ausbildungsmöglichkeiten der Jugendlichen. So ist die Chancengleichheit in Gefahr. Mit einem Schulgeld von 800 Franken gehört Obwalden zum schweizweit teuersten Pflaster für Gymischülerinnen und –Schüler.

Bernadette Baumeler, Kerns

 

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