Obwalden soll nicht zum Transitkanton werden — Nein zu einem Kaiserstuhl- und Brünigtunnels

Die SP Obwalden lehnt den Bau eines Kaiserstuhltunnels und eines Brünigtunnels ab. Sie will keine Zunahme des Durchgangsverkehrs und nicht noch mehr Staus am Lopper

 

Im Juli 2012 hat der Regierungsrat OW dem Bund das generelle Projekt für den Bau des A‑8 Abschnitts Giswil-Süd bis Lungern-Nord beim ASTRA (Kaiserstuhltunnel) eingereicht. Am 14. Juni 2013 hat der Bundesrat dem weiteren Ausbau der Brünigstrasse (A8) zugestimmt. Kernstück des Projekts ist der 2,5 km lange Tunnel Kaiserstuhl. Die Umfahrung Kaiserstuhl wird rund 3,8 km lang. Die Linienführung besteht zwischen Lungern Nord und Kaiserstuhl aus einem offenen Abschnitt entlang des Lungerersees, danach wird der Tunnel Kaiserstuhl bis zum Landhaus folgen. Zwischen Landhaus Giswil und Giswil Süd wird nochmals ein offener Abschnitt bis zur bestehenden Buchholzbrücke realisiert. Als wahrscheinlicher Baubeginn wird 2015/2016 und angegeben und Eröffnung soll ca. 2023 sein.Der Regierungsrat des Kantons Obwalden will nun endlich die Kosten und das Kosten-Nutzen-Verhältnis überprüfen und erst dann endgültig entscheiden.

Die SP Obwalden lehnt das Projekt Kaiserstuhl entschieden ab. Der Kaiserstuhltunnel würde rund 300 Millionen Franken kosten und der Kanton hätte 3 % der Kosten, d.h. rund 9 Millionen Franken zu übernehmen. Diese hohen Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen. Nach der Ablehnung der Erhöhung des Preises der Autobahnvignette am 24. November 2013 sollte es klar sein, dass nur noch das wirklich Notwendige gebaut werden soll. Die Probleme in Kaiserstuhl können mit einfacheren und kostengünstigeren Massnahmen gelöst werden als mit einer 300 Millionen Franken teuren Umfahrung von Kaiserstuhl mit einem Tunnel. Zudem wird mit einem Ausbau der A 8 am Brünig der Transitverkehr noch mehr zunehmen. Dadurch werden noch mehr Staus am Lopper entstehen. Heute verkehren schon rund 26 000 Fahrzeuge pro Tag auf der A8 bei Alpnachstad.

 

Zwecklose Zweckmässigkeitsstudie für Brünigtunnel

Nach Ende des 2012 eröffneten Lungerertunnels wird die A8 auf der Brünigstrasse über den Brünig geführt. Im März 2011 haben die Regierungsräte der Kantone Obwalden und Bern dem Bund ein Gesuch um eine Zweckmässigkeitsstudie zum Thema Brünig (Passstrasse resp. Tunnel) eingereicht. Die Studie soll Ende 2015 vorliegen. Die SP wehrt sich entschieden gegen den Bau eines Brünigtunnels, weil dadurch noch mehr Durchgangsverkehr, vor allem Schwerverkehr angezogen würde. Der Kanton Obwalden darf nicht zu einem Transitkanton werden wie z.B. der Kanton Uri. Die SP erinnert daran, dass im Richtplan 2006 – 2020 ein Brünigtunnel abgelehnt wird. Für die SP ist unverständlich, weshalb der Regierungsrat eine Zweckmässigkeitsstudie beantragt. Denn er vertritt selbst die Auffassung, heute und mittelfristig solle der Verkehr am Brünig über die bestehende Brünigpassstrasse geführt werden.

Guido Cotter, Dezember 2013

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