30 Jahre engagierte, konstruktive Alternative in Engelberg

Genau vor dreissig Jahren trafen sich in Engelberg ein paar engagierte Menschen, um eine dritte politische Kraft zu gründen. Damals, nach der Einführung des Proporzwahlsystems in Obwalden, gab es im Klosterdorf lediglich die CVP und FDP. Die Mehrheit der motivierten Neuen wollte sich von Anfang an stärker für Umwelt, Bildung und soziale Anliegen einsetzen und konstruktiv mit den lokalen Behörden zusammenarbeiten. Man entschied sich für den Parteinamen «Demokratisches Engelberg», D.E. Bei den ersten Wahlen schaffte die Liste «D.E.» die Proporzhürde noch nicht. Aber 1994 wurde mit Geni Frunz bereits der erste D.E.-Gemeinderat gewählt. Und im zweiten Anlauf 1998 war auch die Zeit reif für einen alternativen Kantonsratssitz. Die Engelberger Bevölkerung schickte Dominik Brun als D.E.-Vertreter nach Sarnen. Er wurde später vom Rat – sehr zum Stolz der SP Engelberg – zum ersten nichtbürgerlichen Kantonsratspräsidenten gewählt.

Im Kanton Obwalden wollten sich in den 90er-Jahren die alternativen Gruppierungen einer nationalen Partei anschliessen. Am ehesten fühlte sich die Obwaldner Opposition in der sozialdemokratischen Partei aufgehoben. Und dieser Partei schloss sich auch das Demokratische Engelberg an. Im Jahre 2001, also genau vor zwanzig Jahren, wurde die SP Engelberg gegründet – mit einer flammenden Rede von Elmar Ledergerber, einem Engelberger, der es bis zum Zürcher Stadtpräsidenten gebracht hatte. Auch zu diesem Jubiläum im Talmuseum reiste derselbe Redner in die alte Heimat zurück und richtete zündende Worte an Jubilierende und Gäste.

Vorher lernten die Anwesenden ihre nächste Umgebung besser kennen. Die Kuratorin des Talmuseums, Nicole Eller Risi, führte mit ihrem fundierten Wissen auf einem Dorfrundgang an die Orte, wo «Die Grand Hotels in Engelberg» standen oder immer noch stehen. Beim anschliessenden Apéro hob die Frau der ersten Stunde und langjährige Präsidentin der SP Engelberg, Elisabeth Brun, ein paar politische Highlights der vergangenen dreissig Jahre hervor. Unter anderem auch das grosse Engagement von Seppi Hainbuchner, der für die SP 13 Jahre als  Kantonsrat mitwirkte und ebenso lange auch im Gemeinderat tätig ist. Die anwesenden Gäste der anderen Parteien waren sich einig: es braucht die Vielfalt und eine gute Gesprächskultur. In diesem Sinne waren auch alle überzeugt, dass die neue Kantonsrätin und junge Mutter, Karin Flühler-Gutzwiller, weiterhin Engelberg kompetent im Kantonsrat vertreten wird. Es ist auch sehr erfreulich, dass sich vermehrt wieder junge Menschen für Umwelt, soziale und demokratische Themen politisch engagieren. Viele von ihnen haben gemerkt, wie die Präsidentin Elisabeth Brun feststellte, dass man nur dann nicht fremdbestimmt wird, wenn man selbst mitbestimmt. 

                                 

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