Herr Präsident, geschätzte Damen und Herren

Uns liegt der Rechenschaftsbericht und die Jahresrechnung 2021 des Kantonsspitals vor. Eigentlich Vergangenheitsbewältigung und man ist versucht zu sagen «alter Wein in neuen Schläuchen». Wenn man die Unterlagen genau studiert und als Komissionsmitglied den ausführlichen Informationen gefolgt ist, kann man feststellen, da kommt eine neue, fruchtige Note in den «Wein». Auch die Ausführungen des Kommissionspräsidenten, die ich nicht wiederholen oder ergänzen möchte zeigen, der Abgang des diesjährigen Jahrgangs ist nicht so bitter wie auch schon.

Zugegeben die «Süsse» des operativen Gewinns von 1.3 Mio ist ja nicht auf ein geändertes gesundheitspolitisches Umfeld oder die Vergrösserung des Einzuggebietes zurück zu führen, sondern liegt daran, dass wir die ganze Geschichte finanziell aufgezuckert haben. Schön, dass diese Forderung der SP seitens der anderen Parteien aufgenommen wurde, damit das Spital unter erträglichen Bedingungen arbeiten kann.

Nichtsdestotrotz gilt unser Dank den Mitarbeitenden des Spitals, der Leitung und dem Spitalrat, die auch im vergangenen Jahr die grossen Herausforderungen bravourös gemeistert haben.

Speziell ist es auch festzuhalten, dass die Corona Pandemie zum positiven Ergebnis beigetragen hat. Der Mechanismus, je  kranker die Menschen, desto gesünder das Spital, ist halt schon krank.

Obwohl die «Pflegeinitiative» angenommen wurde und hoffentlich bald dazu beiträgt genügend Pflegefachkräfte zu generieren muss halt auch festgehalten werden, dass fehlendes Fachpersonal in allen Bereichen auch bei uns im Kantonsspital Fakten schaffen kann. Gesundheitsgesetz hin und Leistungsauftrag her.

Auch weinseligen Träumen vom Erhalt des status quo bei unserem Spital helfen dem Standort Sarnen nicht weiter. Bereits jetzt werden 40% des stationären Umsatzes, also etwa 12.5 Mio, von Beleg- und Kooperationsärzten erbracht. Eine vertiefte Zusammenarbeit mit grösseren Partnern, ein spezialisiertes und kleineres Angebot in Sarnen scheint die Zukunft zu bringen.

Deshalb ist Vorsicht geboten, beim Feiern des «Gewinns». Mässigung ist angesagt, denn wir alle wissen, aufgezuckerter Wein bringt Kopfweh und einen grausligen Kater.

Die SP Fraktion ist für Eintreten und Genehmigung sowohl des Berichts als auch der Rechnung.

19.05.22 Peter Lötscher, KR SP Sarnen

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