Jahresbericht SP-Fraktion 2019/20

Die Fraktionsarbeit war im Amtsjahr 2019/20 – wie alle Jahre – geprägt von

Kantonsratsgeschäften, Vorstössen, Wahlen und Vernehmlassungen. Die SP-Fraktion

ist mit 8 Mitgliedern im Kantonsrat vertreten. Gleichviele Vertreterinnen und Vertreter

wie die FDP-Fraktion und die CSP-Fraktion. Mit unserem Wähleranteil anlässlich der

letzten Kantonsratswahlen ist die SP-Fraktion in den 11-er und 13-er Kommissionen

mit 2 Mitgliedern vertreten, was einerseits eine Stärkung der linken Seite bedeutet,

aber auch eine Entlastung für die Fraktionsmitglieder.

Die Kantonsräte und Kantonsrätinnen nahmen an 5 ein- bis zweitägigen

Kantonsratssitzungen teil und behandelten insgesamt 101 Geschäfte (Vorjahr 108), davon

17 (22) Wahlgeschäfte, 20 (27) Gesetzgebungsgeschäfte, 41 (43) Verwaltungsgeschäfte und

23 (16) parlamentarische Vorstösse. Zu jeder Kantonsratssitzung fand vorgängig eine drei

bis vierstündige Fraktionssitzung statt. Vorgängig der Fraktionssitzungen mussten sich die

Fraktionsmitglieder über die Geschäfte einlesen und zu Hause vertieftes Aktenstudium

betreiben.

Die letzte und die kommende Kantonsratssession findet in ungewohnter Umgebung statt.

Wegen der Coronavirus-Pandemie treffen wir uns in der Aula Cher unter Einhaltung der

Schutzmassnahmen nach einem klaren Schutzkonzept. Die Session in der Aula Cher ist

sehr angenehm, haben wir durch den Abstand von mindestens 2 m viel Platz – auch viel

mehr Platz für unsere Akten. Auch die Eröffnungssession vom kommenden Freitag findet

nochmals in der Aula Cher in Sarnen statt.

Die Fraktionsmitglieder beteiligten sich an der Ausarbeitung von verschiedenen

Vernehmlassungen. Die SP-Kantonsräte und Kantonsrätinnen lancierten aber auch

verschiedene parlamentarische Vorstösse. Folgende Vorstösse hat unsere Fraktion im

letzten Amtsjahr im Parlament eingereicht:



«Baumoratorium für 5G-Antennen» von Ambros Albert

«Anfrage Klima- und Umweltpolitik in Obwalden» von Guido Cotter

«Interpellation Vision Radwege in Obwalden» von Annamarie Schnyder

«Interpellation OKB und Klimaziele des Pariser Abkommens» von Josef Allenbach



Geprägt war das letzte Amtsjahr mit der Coronavirus-Pandemie. Die Pandemie hat

zusätzliche finanzielle Mittel ausgelöst. So musste der Kantonsrat an der letzten Session für

das Kantonsspital einen zusätzlichen Kredit über CHF 4’413’000 zur Kenntnis nehmen. Aber

auch das Personal war wegen Corona speziell gefordert. Der Regierungsrat hat nun eine

Fachstelle Covid-19 geschaffen. Die Pandemiemassnahmen werden sich auch in der

Jahresrechnung 2020 dann negativ auswirken.

Eine Baustelle ist nach wie vor das Finanzhaushaltgesetz. In diesem Jahr konnte das Budget

knapp gesetzeskonform genehmigt werden. In Zukunft braucht es allerdings eine Anpassung

des Finanzhaushaltsgesetzes. Die Schuldenbegrenzung muss gelockert werden.

Als wichtiges Projekt konnte mit der Genehmigung des kantonalen Richtplanes

abgeschlossen werden. Gerade heute ist nun die 1. Teilgenehmigung des Richtplanes durch

den Bundesrat beim Kanton eingetroffen.



Erwähnenswert ist noch der Bericht zur Versorgungsstrategie. Da geht es um die

Neuausrichtung des Kantonsspitals Obwalden. Es wurden 4 mögliche Varianten vorgestellt.

Es geht nun darum, dass in einem nächsten Schritt mit den entsprechenden politischen

Instanzen der Kantone Luzern und Nidwalden sowie mit den Spitalräten der Kantonsspitäler

Obwalden und Luzern die Bereitschaft zur Zusammenarbeit geklärt und deren Form gemäss

den Varianten evaluiert wird.



Zudem mussten wir in der Staatsrechnung 2019 wiederum ein grosses Defizit von 11 Mio.

zur Kenntnis nehmen. Zwar ein um 14 Mio. tieferes Defizit als budgetiert, aber ich bezweifle,

dass auch mit der beschlossenen Steuererhöhung in den kommenden Jahren ein

ausgeglichener Staatshaushalt erreicht wird. Es müssen höhere Einnahmen generiert

werden. Die Aufwandseite ist ausgereizt.

Erwähnenswert ist auch noch der Nachtrag zum Gesetz über die Familienzulagen, welcher

am kommenden Freitag in zweiter Lesung im Kantonsrat verabschiedet wird. Im Kanton

Obwalden werden die Kinderzulagen erhöht und zwar von CHF 200 auf neu CHF 220 und

die Ausbildungszulage von CHF 250 auf CHF 270.



Zum Abschluss möchte ich meinen Kolleginnen und meinen Kollegen in der Fraktion danken.

Danken für die angenehme und offene Zusammenarbeit. Danken für das Erarbeiten von

Standpunkten und Kompromissen. Vor allem Danke für ihren engagierten Einsatz für eine

soziale, solidarische und ökologische Politik in Obwalden. Der Dank gehört aber auch allen

SP-Mitgliedern in den Gemeinden draussen, die uns in unserer Arbeit unterstützen.

Aus unserer Fraktion hat sich mit Seppi Hainbuchner ein langjähriger Kantonsrat

verabschiedet. Mit Seppi geht auch sehr grosses Fachwissen in der Fraktion gerade in

Finanzfragen verloren. Seppi war 13 Jahre im Kantonsrat für die SP tätig und hat unter

Anderem seit mehreren Jahren die Kommission Geschäftsbericht und Rechnung der

Obwaldner Kantonalbank präsidiert. Wir verlieren also 13 Jahre politisches Fachwissen auf

höchster Ebene. An dieser Stelle möchte ich Seppi Hainbuchner ganz herzlich für seine sehr

gute Arbeit in der Fraktion und im Kantonsrat danken.

Als Nachfolgerin wird am kommenden Freitag Karin Flühler-Gutzwiller, aus Engelberg im

Kantonsrat Einsitz nehmen. Wir begrüssen Karin in unserer Fraktion und wünschen dir viel

Glück und Befriedigung im neuen Amt.



Sarnen, 24. Juni 2020 Max Rötheli, Fraktionspräsident

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